Der Deutsche Tanzpreis und die Ehrungen werden am Samstag, 28. Februar 2026, im Aalto-Theater Essen verliehen.
Die Besucher*innen erwartet ein spannendes und abwechslungsreiches Gala-Programm!

Bei einem Butoh-Training in Tokyo 2017 gab der Meister ihm die Aufgabe: „Werde Hahn!“ Thomas Bradley wehrte sich, fand das unlogisch, denn er könnte das Tier ja nur imitieren, die Flügel, das Verhalten, die Geräusche, sich aber nicht wirklich verwandeln. Irgendwann erkannte er: Er könne ein Hahn werden, denn er war ja keiner. Der Hahn selbst, unwandelbar, ist ja schon, was er ist. Solcherart Erkenntnis aus unlösbaren Aufgaben macht der australische Künstler Bradley zum Prinzip seiner Arbeit mit Tanz. So auch im NOT BUTOH SOLO, wo er die Möglichkeit verkörpert, etwas zu werden, was er nicht ist, ein japanischer Butohtänzer und ein Hahn.

Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 entstand zwischen 1804 und 1809 in der Schaffensphase des Komponisten, als er, von der Klassik kommend, einen romantisch-expressiven Stil entwickelte. Für die kraftvolle und ausdrucksstarke Musik des Konzertes steht beispielhaft der zweite Satz „Adagio un poco mosso“ – „langsam, ein wenig bewegt“. Christian Spucks Werk spürt der gelassenen, ruhigen Stimmung nach, die sich in leisen dynamischen Veränderungen ausdrückt und von einer ständig aufsteigenden Spannung getragen wird. Der Choreograph schuf das Sextett 2024 für die Gala zur 20-Jahres-Feier des Staatsballetts Berlin.

Im Jahr 2019 wurde Christian Spuck mit dem Prix Benois de la Danse ausgezeichnet für seine Choreographie Winterreise zu Hans Zenders Orchestrierung von Franz Schuberts berühmtem Liederzyklus. Für die Preisverleihung im Moskauer Bolschoi-Theater schuf er das kurze Ballett Nocturne, das für seine introspektive Erzählweise und die komplexe Choreographie gelobt wurde. Anhand der Musik von Frédéric Chopin eröffnet sich eine traumgleiche Sphäre, in der das Publikum Zeuge einer tiefgründigen Erforschung menschlicher Emotionen wird. Mit seiner Verschmelzung von klassischen und zeitgenössischen Elementen repräsentiert Nocturne die choreographische Handschrift von Christian Spuck in besonderer Weise.

Sergej Prokofjew vertonte William Shakespeares Tragödie um die verfeindeten Familien Montague und Capulet, deren Kinder zueinander finden und die hasserfüllte Fehde überwinden 1935 im Auftrag des Bolschoi-Theaters. Uraufgeführt wurde das Werk Ende 1938 in Brünn. Die musikalischen Szenen bringen alle Facetten des Konflikts zum Ausdruck und entfalten so eine starke szenische Wirkung. Christian Spuck brachte sein Ballett Romeo und Julia 2012 in Zürich zur Premiere, zu Beginn seiner dortigen Direktionszeit, die elf Jahre währen sollte.

Sita Ostheimer entwickelt 2024 eine Choreografie für die MiR Dance Company, die den unerbittlichen Puls von Ravels Boléro in pure Körperlichkeit verwandelt. Obwohl Ravel sein Werk als „Struktur ohne Seele“ und seine musikalischen Motive als „unpersönlich“ bezeichnet, entfaltet die stetige Steigerung der Musik eine rohe menschliche Wucht aus Drängen, Scheitern und Wieder-Aufstehen. Für Ostheimer zeigt sich darin „der Versuch von uns Menschen“, „durch unsere Existenz zu navigieren“. Seit 2017 arbeitet sie international als Choreographin.

Die Millennials kennen keinen Zusammenhalt. Kein Bleiben. Verlieren sich in der digitalen Hyperindividualisierung. Marcos Morau zählt sich selbst zu dieser Generation, die Seelenlosigkeit durch Überkommunikation zu füllen versucht und doch Verbundensein im Sinne von Verpflichtung fürchtet: Digitale Vernetzung vermag das erdrückende Gefühl moderner Einsamkeit nicht zu übertünchen. Der berühmte spanische Choreograf schuf Millennials 2018 für die Kooperation seines Ensembles La Veronal mit der B.Dance Company in Taiwan. Die MiR Dance Company Gelsenkirchen unter der Leitung von Giuseppe Spota studierte 2024 das Werk erstmals ein und zeigt es nun in neuer Besetzung.
WATER ist ein kraftvoller Eröffnungsakt, in der das Urban Dance Department & Friends die Essenz des Urban Dance auf die Bühne bringt. Mit 13 lokalen und internationalen Tänzer*innen verbindet die Choreografie von Souhail Jalti Hip Hop, Popping und Breakdance mit zeitgenössischem urbanem Ausdruck.
Karten sind telefonisch direkt über das Ticket-Center des Aalto-Theaters Essen erhältlich oder über den Online-Shop: Tel.: 0201 / 81 22 200, www.theater-essen.de/tickets