Rafaële Giovanola / CocoonDance

Biografie

Rafaële Giovanola ist eine Schweizer Choreografin und Regisseurin, geboren in Baltimore (USA). Nach ihrer klassischen Tanzausbildung bei Marika Besobrasova in Monte‑Carlo erhielt sie ihr erstes Engagement als Solistin in Turin. Nach einer Saison wurde sie von Egon Madsen an das Ballett Frankfurt engagiert, wo sie sowohl klassisches Repertoire als auch zeitgenössische Choreografien tanzte und vor allem dem Choreografen William Forsythe begegnete. Unter seiner Leitung blieb sie acht Spielzeiten und wirkte an zahlreichen wegweisenden Produktionen mit.

Es folgten Engagements in Freiburg im Breisgau und anschließend in Bonn unter der Leitung von Pavel Mikulástik, wo sie bedeutende Rollen interpretierte. Parallel zu ihrer Karriere als Tänzerin gründete sie im Jahr 2000 gemeinsam mit dem Dramaturgen Rainald Endraß das performative Kollektiv CocoonDance. Die Kompanie entwickelte über die Jahre ein weitreichendes Netzwerk an Partnern in Deutschland und international und bespielt seit 2004 die Sparte Tanz im Theater im Ballsaal Bonn. Dort entstehen neben abendfüllenden Produktionen auch zahlreiche Vermittlungsprojekte, darunter die preisgekrönte Junior Company Bonn sowie die Junior‑Kompanie in Monthey (CH).

Von 2016 bis 2018 war Giovanola Stipendiatin der Théâtre‑Pro‑Förderung für eine dreijährige Residenz am Théâtre du Crochetan, was ihre Verbindung zur Stadt Monthey weiter vertiefte. Seit 2020 ist sie dort als assoziierte Künstlerin tätig. 2021 veröffentlichte CocoonDance die digitale Plattform »MoveApp«, die Tanzbegeisterte miteinander vernetzt und durch die Beiträge der Nutzer*innen ein stetig wachsendes Glossar des zeitgenössischen Tanzes entstehen lässt.

Bis heute hat Rafaële Giovanola mehr als fünfzig Produktionen geschaffen, die auf fünf Kontinenten tourten und zu bedeutenden Festivals eingeladen wurden, darunter die Tanzplattform Deutschland 2018 und 2020, STEPS 2022, Festival Antigel, CODA Oslo, TanzNRW und weitere internationale Plattformen. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2010 den Förderpreis des Kantons Wallis und 2021 den Kulturpreis der Stadt Monthey. Für ihre Produktion SPHYNX, die sie für tanzmainz entwickelte, wurde sie 2022 mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie „Beste Tanzinszenierung“ ausgezeichnet. 2024 erhielt sie zudem den D&D Award der italienischen Zeitschrift Danza&Danza als „Bester zeitgenössischer Künstler*in“